Somit lassen sich dezente Tonhöhenkorrekturen, harmonische Spurdopplungen oder kreatives Sounddesign betreiben. Aber wie wurden Stimmen vor dem Computerzeitalter manipuliert?
Was ist ein Pitchshifter? Schritt 1: Erste Generation
In den Siebziger- und Achtzigerjahren wurden zunächst Bandmaschinen und später die ersten Sampler zweckentfremdet, um die Tonhöhe von Audiosignalen zu manipulieren. Dazu wurde die Abspielgeschwindigkeit der Bänder oder Samples verändert. Das langsamere Abspielen führt zu einer geringeren Tonhöhe, eine schnellere Wiedergabe hingegen zu einer höheren Tonlage.
Was ist ein Pitchshifter? Schritt 2: Monster und Schlümpfe
Der dabei entstandene Effekt sollte jedem Leser bekannt vorkommen, wenn er an den Einsatz für die Erzeugung von oft ungewollt komischen Monster-, piepsigen Micky-Maus- oder jeden Jahrmarkt versauenden Schlumpfstimmen denkt. Dieser Abspieltrick ist aber auch gleichzeitig das Problem der alten Technik: die Veränderung der Originalgeschwindigkeit.
Was ist ein Pitchshifter? Schritt 3: Ursprungstempo
Dem Problem der stark veränderten Sprechgeschwindigkeit wurde entgegengewirkt, indem beispielsweise Sprecher von Monsterstimmen sehr schnell reden mussten, damit man später die tiefere und langsamere Stimme im richtigen Tempo vorliegen hatte. Heutzutage kann man mit gängigen Timestretching-Algorithmen gegen derartige Tempoprobleme angehen.
Was ist ein Pitchshifter? Schritt 4: Gegenwart
Heutige Pitchshifter sind mit Timestretching-Funktionen ausgestattet. Dadurch wird die Veränderung der Tonhöhe ohne Einfluss auf die Abspielgeschwindigkeit einer Datei ermöglicht. Für den natürlichen Klang von Stimmen ist außerdem die Beibehaltung der Formanten und somit der Eigenresonanzen des Sprachapparats wichtig.
Was ist ein Pitchshifter? Schritt 5: Anwendungen
Sowohl Pitchshifting- als auch Timestretching-Effekte klingen jedoch nur in einem gewissen Wertebereich realistisch. Eine Manipulation von über zwanzig Prozent führt meist zu unnatürlichen Resultaten, die aber auch kreativ genutzt werden können. Solche Grain-Artefakte können ganz neue Klänge entstehen lassen.
Was ist ein Pitchshifter? Schritt 6: Plug-ins
Fast jede DAW hat inzwischen einen Pitchshifter von Haus aus an Bord. Dedizierte Produkte mit einem größeren Funktionsumfang sind von Firmen wie Waves oder VirSyn erhältlich. Ein empfehlenswertes Plug-in ist zum Beispiel Klon, mit dem sich in Echtzeit bis zu 16 gepitchte Stimmen aus einem Signal erzeugen lassen. So kann aus nur einer Sängerin ein ganzer Chor werden.
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